Was gehört in ein professionelles Angebot?
Diese 9 Bestandteile sollte jedes Angebot enthalten — damit es verbindlich, transparent und rechtssicher ist.
Absender (Firma/Name, Adresse)
Vollständiger Firmenname oder Vor- und Nachname mit Anschrift und Kontaktdaten.
Empfänger
Name und Anschrift des potenziellen Kunden — bei Unternehmen mit Firmennamen.
Datum & Angebotsnummer
Eindeutige, fortlaufende Angebotsnummer und Erstellungsdatum für die Zuordnung.
Leistungsbeschreibung
Detaillierte Auflistung aller Leistungen und Materialien — keine Pauschalen.
Einzelpreise & Mengen
Jede Position mit Menge, Einheit und Einzelpreis — transparent und nachvollziehbar.
Gesamtpreis (netto & brutto)
Summe aller Positionen, getrennt in Nettobetrag und Bruttobetrag.
Umsatzsteuer (MwSt.)
Steuersatz (19 % oder 7 %) und berechneter Steuerbetrag. Kleinunternehmer: Hinweis auf §19 UStG.
Gültigkeitsdauer
Wie lange das Angebot verbindlich ist — üblich sind 4–6 Wochen.
Zahlungsbedingungen
Zahlungsziel, Skonto-Optionen und bevorzugte Zahlungsart.
Angebot vs. Kostenvoranschlag
Beide Dokumente sehen ähnlich aus — sind aber rechtlich grundverschieden.
| Kriterium | Angebot | Kostenvoranschlag (KVA) |
|---|---|---|
| Bindung | Verbindlich nach Annahme | Unverbindliche Schätzung |
| Preisänderung | Nicht möglich | Toleranz von 15–20 % zulässig |
| Kosten für Erstellung | Kostenlos | Kann berechnet werden (§ 632 Abs. 3 BGB) |
| Typischer Einsatz | Standardleistungen, feste Preise | Komplexe Projekte, unklarer Aufwand |
Aufbau eines Angebots — Schritt für Schritt
So erstellen Sie ein professionelles Angebot in 6 Schritten.
Kundendaten erfassen
Name, Adresse und Ansprechpartner des potenziellen Kunden aufnehmen.
Leistungsumfang definieren
Alle Arbeiten, Materialien und Nebenleistungen konkret beschreiben.
Preise kalkulieren
Material + Lohn + Gemeinkosten + Gewinnaufschlag — je Position einzeln.
Angebot formatieren
Professionelles Layout mit Logo, Angebotsnummer und übersichtlicher Positionsliste.
Gültigkeit & Bedingungen festlegen
Angebotsfrist, Zahlungsziel und ggf. Hinweise auf AGBs ergänzen.
Prüfen und versenden
Alle Angaben kontrollieren, als PDF exportieren und per E-Mail oder Post versenden.
Kalkulation: So kalkulieren Sie Ihre Preise
Ein Angebotspreis setzt sich aus vier Bausteinen zusammen. Wer einen vergisst, arbeitet unter Wert.
Materialkosten
Alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Holen Sie aktuelle Preise ein und kalkulieren Sie Verschnitt mit ein.
Lohnkosten
Stundensatz × geschätzte Stunden. Vergessen Sie nicht: Der Stundensatz muss Bruttolohn, Lohnnebenkosten und Ausfallzeiten decken.
Gemeinkosten
Miete, Versicherung, Fahrzeuge, Werkzeug, Büromaterial — alles, was nicht direkt einer Position zugeordnet wird.
Gewinnaufschlag
Üblich sind 10–15 % auf die Selbstkosten. Ohne Gewinnmarge wächst Ihr Betrieb nicht.
Stundensatz-Formel: (Bruttolohn + Lohnnebenkosten + Gemeinkosten + Gewinn) ÷ produktive Stunden pro Jahr. Für einen Handwerker-Gesellen liegt der kostendeckende Stundensatz häufig bei 55–75 €.
Angebot für Handwerker & GaLaBau
Handwerker und GaLaBau-Betriebe brauchen besonders detaillierte Angebote — mit getrennten Positionen für Material und Arbeitsleistung.
Erdarbeiten
Aushub, Bodenabtrag, Entsorgung — nach m³ kalkulieren. Bodenklasse angeben, da sie den Preis massiv beeinflusst.
Pflanzarbeiten
Pflanzen, Substrate, Anwuchspflege getrennt ausweisen. Fertigstellungspflege als eigene Position aufführen.
Materialkosten trennen
Material und Arbeitsleistung immer getrennt ausweisen — das schafft Vertrauen und erleichtert spätere Änderungen.
Angebot nachfassen — so erhöhen Sie Ihre Abschlussquote
Die meisten Angebote scheitern nicht an der Qualität, sondern daran, dass niemand nachfragt.
Nach 5–7 Tagen nachfassen
Fragen Sie höflich, ob das Angebot angekommen ist und ob noch Fragen bestehen. Kein Druck, sondern Interesse zeigen.
Höfliche Formulierung
„Guten Tag Herr/Frau [Name], ich möchte kurz nachfragen, ob unser Angebot vom [Datum] Ihren Vorstellungen entspricht. Gerne passe ich einzelne Positionen an.“
Häufige Fehler beim Angebot schreiben
Diese Fehler kosten Aufträge und Geld — und lassen sich leicht vermeiden.
Zu günstig kalkuliert
Wer Gemeinkosten und Gewinnmarge vergisst, arbeitet unter Wert. Kalkulieren Sie realistisch, nicht optimistisch.
Keine Gültigkeitsdauer angegeben
Ohne Frist bleibt Ihr Angebot theoretisch ewig bindend. Setzen Sie immer eine klare Angebotsfrist (4–6 Wochen).
Unklare Leistungsbeschreibung
„Diverse Arbeiten“ reicht nicht. Je konkreter Sie beschreiben, desto weniger Streit gibt es später.
MwSt. fehlt oder ist falsch
Privatkunden erwarten Bruttopreise, Geschäftskunden Nettopreise. Weisen Sie die MwSt. immer korrekt aus.
Angebot nicht nachgefasst
70 % der Angebote werden nie beantwortet. Ein höfliches Nachfassen nach 5–7 Tagen erhöht die Abschlussquote deutlich.
Häufige Fragen zum Angebot schreiben
Wie lange ist ein Angebot gültig?
Wenn Sie keine Frist angeben, ist ein Angebot grundsätzlich so lange gültig, wie der Empfänger eine Antwort vernünftigerweise erwarten kann (§ 148 BGB). In der Praxis sollten Sie immer eine konkrete Gültigkeitsdauer angeben — üblich sind 4–6 Wochen. Nach Ablauf der Frist sind Sie nicht mehr an das Angebot gebunden.
Muss ein Angebot die MwSt. enthalten?
Gegenüber Privatkunden müssen Sie Bruttopreise angeben (PAngV). Im B2B-Bereich sind Nettopreise üblich, aber der Steuersatz und -betrag sollten immer ersichtlich sein. Kleinunternehmer nach §19 UStG müssen auf die Steuerbefreiung hinweisen.
Kann der Kunde das Angebot ändern?
Nein. Der Kunde kann das Angebot nur annehmen oder ablehnen. Ändert er Bedingungen (z. B. Menge oder Preis), gilt das als neues Angebot seinerseits, das Sie wiederum annehmen oder ablehnen können (§ 150 Abs. 2 BGB).
Was wenn die Kosten höher werden als im Angebot?
Ein angenommenes Angebot ist verbindlich — Mehrkosten gehen grundsätzlich zu Ihren Lasten. Deshalb ist eine realistische Kalkulation mit Puffer entscheidend. Alternativ können Sie einen Kostenvoranschlag mit Toleranzklausel (15–20 %) erstellen.
Brauche ich AGBs im Angebot?
AGBs sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Sie regeln Haftung, Gewährleistung und Zahlungsverzug. Wenn Sie AGBs verwenden, müssen diese dem Kunden vor Vertragsschluss zugänglich gemacht werden.
Wie wandle ich ein Angebot in eine Rechnung um?
Sobald der Kunde das Angebot annimmt und die Leistung erbracht ist, erstellen Sie eine Rechnung auf Basis der Angebotspositionen. Mit einer Rechnungssoftware wie Majestic geht das per Klick — alle Positionen werden automatisch übernommen.