Ratgeber

    Angebot schreiben: Vorlage, Aufbau & Tipps (2026)

    Was gehört in ein professionelles Angebot? Aufbau, Pflichtangaben, Kalkulation und kostenlose Vorlage speziell für Handwerker, GaLaBau und Dienstleister.

    Was gehört in ein professionelles Angebot?

    Diese 9 Bestandteile sollte jedes Angebot enthalten damit es verbindlich, transparent und rechtssicher ist.

    1

    Absender (Firma/Name, Adresse)

    Vollständiger Firmenname oder Vor- und Nachname mit Anschrift und Kontaktdaten.

    2

    Empfänger

    Name und Anschrift des potenziellen Kunden — bei Unternehmen mit Firmennamen.

    3

    Datum & Angebotsnummer

    Eindeutige, fortlaufende Angebotsnummer und Erstellungsdatum für die Zuordnung.

    4

    Leistungsbeschreibung

    Detaillierte Auflistung aller Leistungen und Materialien — keine Pauschalen.

    5

    Einzelpreise & Mengen

    Jede Position mit Menge, Einheit und Einzelpreis — transparent und nachvollziehbar.

    6

    Gesamtpreis (netto & brutto)

    Summe aller Positionen, getrennt in Nettobetrag und Bruttobetrag.

    7

    Umsatzsteuer (MwSt.)

    Steuersatz (19 % oder 7 %) und berechneter Steuerbetrag. Kleinunternehmer: Hinweis auf §19 UStG.

    8

    Gültigkeitsdauer

    Wie lange das Angebot verbindlich ist — üblich sind 4–6 Wochen.

    9

    Zahlungsbedingungen

    Zahlungsziel, Skonto-Optionen und bevorzugte Zahlungsart.

    Angebot vs. Kostenvoranschlag

    Beide Dokumente sehen ähnlich aus sind aber rechtlich grundverschieden.

    KriteriumAngebotKostenvoranschlag (KVA)
    BindungVerbindlich nach AnnahmeUnverbindliche Schätzung
    PreisänderungNicht möglichToleranz von 15–20 % zulässig
    Kosten für ErstellungKostenlosKann berechnet werden (§ 632 Abs. 3 BGB)
    Typischer EinsatzStandardleistungen, feste PreiseKomplexe Projekte, unklarer Aufwand

    Aufbau eines Angebots Schritt für Schritt

    So erstellen Sie ein professionelles Angebot in 6 Schritten.

    01

    Kundendaten erfassen

    Name, Adresse und Ansprechpartner des potenziellen Kunden aufnehmen.

    02

    Leistungsumfang definieren

    Alle Arbeiten, Materialien und Nebenleistungen konkret beschreiben.

    03

    Preise kalkulieren

    Material + Lohn + Gemeinkosten + Gewinnaufschlag — je Position einzeln.

    04

    Angebot formatieren

    Professionelles Layout mit Logo, Angebotsnummer und übersichtlicher Positionsliste.

    05

    Gültigkeit & Bedingungen festlegen

    Angebotsfrist, Zahlungsziel und ggf. Hinweise auf AGBs ergänzen.

    06

    Prüfen und versenden

    Alle Angaben kontrollieren, als PDF exportieren und per E-Mail oder Post versenden.

    Kalkulation: So kalkulieren Sie Ihre Preise

    Ein Angebotspreis setzt sich aus vier Bausteinen zusammen. Wer einen vergisst, arbeitet unter Wert.

    Materialkosten

    Alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Holen Sie aktuelle Preise ein und kalkulieren Sie Verschnitt mit ein.

    Lohnkosten

    Stundensatz × geschätzte Stunden. Vergessen Sie nicht: Der Stundensatz muss Bruttolohn, Lohnnebenkosten und Ausfallzeiten decken.

    Gemeinkosten

    Miete, Versicherung, Fahrzeuge, Werkzeug, Büromaterial alles, was nicht direkt einer Position zugeordnet wird.

    Gewinnaufschlag

    Üblich sind 1015 % auf die Selbstkosten. Ohne Gewinnmarge wächst Ihr Betrieb nicht.

    Stundensatz-Formel: (Bruttolohn + Lohnnebenkosten + Gemeinkosten + Gewinn) ÷ produktive Stunden pro Jahr. Für einen Handwerker-Gesellen liegt der kostendeckende Stundensatz häufig bei 5575 .

    Angebot für Handwerker & GaLaBau

    Handwerker und GaLaBau-Betriebe brauchen besonders detaillierte Angebote mit getrennten Positionen für Material und Arbeitsleistung.

    Erdarbeiten

    Aushub, Bodenabtrag, Entsorgung nach m³ kalkulieren. Bodenklasse angeben, da sie den Preis massiv beeinflusst.

    Pflanzarbeiten

    Pflanzen, Substrate, Anwuchspflege getrennt ausweisen. Fertigstellungspflege als eigene Position aufführen.

    Materialkosten trennen

    Material und Arbeitsleistung immer getrennt ausweisen das schafft Vertrauen und erleichtert spätere Änderungen.

    Angebot nachfassen so erhöhen Sie Ihre Abschlussquote

    Die meisten Angebote scheitern nicht an der Qualität, sondern daran, dass niemand nachfragt.

    Nach 57 Tagen nachfassen

    Fragen Sie höflich, ob das Angebot angekommen ist und ob noch Fragen bestehen. Kein Druck, sondern Interesse zeigen.

    Höfliche Formulierung

    Guten Tag Herr/Frau [Name], ich möchte kurz nachfragen, ob unser Angebot vom [Datum] Ihren Vorstellungen entspricht. Gerne passe ich einzelne Positionen an.

    Häufige Fehler beim Angebot schreiben

    Diese Fehler kosten Aufträge und Geld und lassen sich leicht vermeiden.

    Zu günstig kalkuliert

    Wer Gemeinkosten und Gewinnmarge vergisst, arbeitet unter Wert. Kalkulieren Sie realistisch, nicht optimistisch.

    Keine Gültigkeitsdauer angegeben

    Ohne Frist bleibt Ihr Angebot theoretisch ewig bindend. Setzen Sie immer eine klare Angebotsfrist (4–6 Wochen).

    Unklare Leistungsbeschreibung

    „Diverse Arbeiten“ reicht nicht. Je konkreter Sie beschreiben, desto weniger Streit gibt es später.

    MwSt. fehlt oder ist falsch

    Privatkunden erwarten Bruttopreise, Geschäftskunden Nettopreise. Weisen Sie die MwSt. immer korrekt aus.

    Angebot nicht nachgefasst

    70 % der Angebote werden nie beantwortet. Ein höfliches Nachfassen nach 5–7 Tagen erhöht die Abschlussquote deutlich.

    Häufige Fragen zum Angebot schreiben

    Wie lange ist ein Angebot gültig?

    Wenn Sie keine Frist angeben, ist ein Angebot grundsätzlich so lange gültig, wie der Empfänger eine Antwort vernünftigerweise erwarten kann (§ 148 BGB). In der Praxis sollten Sie immer eine konkrete Gültigkeitsdauer angeben — üblich sind 4–6 Wochen. Nach Ablauf der Frist sind Sie nicht mehr an das Angebot gebunden.

    Muss ein Angebot die MwSt. enthalten?

    Gegenüber Privatkunden müssen Sie Bruttopreise angeben (PAngV). Im B2B-Bereich sind Nettopreise üblich, aber der Steuersatz und -betrag sollten immer ersichtlich sein. Kleinunternehmer nach §19 UStG müssen auf die Steuerbefreiung hinweisen.

    Kann der Kunde das Angebot ändern?

    Nein. Der Kunde kann das Angebot nur annehmen oder ablehnen. Ändert er Bedingungen (z. B. Menge oder Preis), gilt das als neues Angebot seinerseits, das Sie wiederum annehmen oder ablehnen können (§ 150 Abs. 2 BGB).

    Was wenn die Kosten höher werden als im Angebot?

    Ein angenommenes Angebot ist verbindlich — Mehrkosten gehen grundsätzlich zu Ihren Lasten. Deshalb ist eine realistische Kalkulation mit Puffer entscheidend. Alternativ können Sie einen Kostenvoranschlag mit Toleranzklausel (15–20 %) erstellen.

    Brauche ich AGBs im Angebot?

    AGBs sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Sie regeln Haftung, Gewährleistung und Zahlungsverzug. Wenn Sie AGBs verwenden, müssen diese dem Kunden vor Vertragsschluss zugänglich gemacht werden.

    Wie wandle ich ein Angebot in eine Rechnung um?

    Sobald der Kunde das Angebot annimmt und die Leistung erbracht ist, erstellen Sie eine Rechnung auf Basis der Angebotspositionen. Mit einer Rechnungssoftware wie Majestic geht das per Klick — alle Positionen werden automatisch übernommen.

    Professionelle Angebote in unter 3 Minuten

    Mit Majestic erstellen Sie Angebote mit allen Pflichtangaben, wandeln sie per Klick in Rechnungen um und behalten den Überblick über offene Angebote.

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